Es ist geschaft, du hast ein Projekt gefunden und die Nationalagenturen haben dein Projekt bewilligt. Nun träumst du schon von deinem zukünftigen Freiwilligendienst (EFD)? Hier ein paar Tipps, damit deine Zeit im Ausland traumhaft wird!
Packen und auf gehts! Die Vorbereitung.
Schreib dir eine Packliste, aber versuch so wenig wie möglich mitzunehmen. Ein Schlafsack ist allerdings immer nützlich, dafür sollte Platz sein! Denk bei einem Flug daran, das Maximalgewicht (Übergepäck) nicht zu überschreiten. Du wirst auf jeden Fall am Ende deines EFD mit mehr Kram zurückreisen und das kann dann teuer werden.
Kontaktiere vor deiner Abreise ehemalige Freiwillige aus dergleichen Organisation oder dem gleichen Ort. Frag sie aus über deinen Einsatzort (bspw. wohnen, arbeiten, ausgehen). Diese Kontakte kann dir sicherlich deine zukünftige Einsatzstelle geben.
Vergiss nicht alten Freunden deine neue Adresse zu geben und dir ein Adressbuch zuzulegen, damit du ihnen Briefe schreiben kannst. E-Mails sind flüchtig, aber über einen Brief freut sich jeder besonders gern.
Schreib dir aßerdem eine Liste mit Dingen, die du schon immer machen wolltest. Liste Hobbies, verrückte Aktionen und mögliche Reiseziele am zukünftigen Wohnort auf. Wie wäre es mit Fechten, Tanzen oder Jonglieren?
Es geht los! Die Anreise.
Hast du einen gültigen Reisepass und die Europäische Krankenkassenkarte dabei? Wunderbar! Erwarte vom neuen Land nicht zuviel. Zunächst wirst du niemanden kennen und musst dir dein Leben, so wie du es kanntest, aufbauen.
Wo bin ich hier? Kleine Landeskunde.
Hast du dir die Wegbeschreibung zum Projekt ausgedruckt? Wenn du einmal angekommen bist, dann nutze jede Möglichkeit zum Reisen. Mach dich auch allein auf den Weg zu Freunden oder anderen Freiwilligen in deinem neuen Heimatland. Bereise nicht nur Touristenattraktionen, sondern sei spontan und neugierig. Dazu kann es auch gehören einmal mit dem Schlafsack draußen zu schlafen.
Wie heißt das? Der Spracherwerb.
Hab keine Angst vor Fehlern, sprich einfach los. Bitte Einheimische um Rücksicht, sollten sie zu schnell oder durcheinander sprechen. Sie vergessen schnell, dass du Ausländer bist. Versuche mit Einheimischen ins Gespräch kommen, geh in Bars oder auf der Straße beim Jonglieren oder mit Flyern bei Aktionen auf Menschen zu.
Natürlich hilft Radio hören, (Kinder-)bücher lesen, ins Kino gehen und Fernsehen beim Spracherwerb. Doch auch der Gang in den Supermarkt, ins Schwimmbad oder ins Restaurant sind immer wieder besondere Erlebnisse, die dir neue Wörter bringen. Dabei ist hilfreich eine Basis zu haben, auch wenn du nur ein paar Sprachstunden Zuhause genommen hast. Nicht aufgeben! Hilfe gibt dir auch der Sprachkurs, der dir beim EFD garantiert ist, sollte dein Sprachniveau noch nicht ausgeprägt genug sein.
Ein grauer Alltag? Das Leben.
Du erhältst Taschengeld und Essensgeld (oder die Möglichkeit in der Organisation zu Essen). Deine Unterkunft wird auch vom Projekt bezahlt. Meistens finanzieren sie dir auch eine Bahncard und öffentlichen Transport falls nötig um zur Arbeit zu kommen. Sie helfen dir ein Konto zu eröffnen und im ersten Monat kannst du bestimmt um einen Vorschuss bitten. Je nach dem welche Ansprüche du hast, reicht dein Geld zum Leben.
Solltest du vorher noch nie gehaushaltet haben, ist jetzt der EFD die Gelegenheit für dich selbstständiger zu werden. Manche führen ein Haushaltsbuch mit allen Ausgaben. In jedem Fall solltest du dir ein ungefähres Budget für Lebensmittel setzen und beispielsweise Kultur, Transport, etc. Hast du das Glück in einer WG (bspw. mit anderen Freiwilligen) zu leben, dann könnt ihr Kosten für Grundnahrungsmittel teilen und gemeinsam bezahlen. Versteht ihr euch gut, geht gemeinsam einkaufen, dann könnt ihr auch alles gemeinsam bezahlen.
Schaffe dir kleine Höhepunkte. Koche für dich und andere. Schaffe dir einen Kulturtag an dem du abends Theater, Kino oder ähnliches unternimmst. Oder lerne den Bäcker um die Ecke zu schätzen und gönne dir sonntags frische Brötchen. So hast du immer eine Kleinigkeit auf die dur dich freuen kannst. Solltest du trotzdem unter Heimweh leiden, dann helfen Tagebuch schreiben, neue Freunde viel unternehmen und besser keine Süßigkeiten.
Solltest du krank werden, dann keine Scheu, ruf dein Projekt an, melde dich krank und je nach schwere der Krankheit, geh zum Arzt! In manchen Ländern kostet der Arztbesuch etwas, doch alle deine Ausgaben bekommst du hinterher von der Versichung für alle EFD-Leistende erstattet. Wie das geht erklärt dir deine Organisation vor Ort oder du meldest dich per Mail bei uns.
Deine Arbeit in der Freiwilligenstelle gefällt dir, aber in deiner Wohnung krabbeln die Kakerlaken umher und du m??chtest Umziehen? Dann sprich dein Projekt darauf an. Wenn die Gründe gewichtig sind oder du eine gute Möglichkeit hast auszuziehen (zum Beispiel ein WG-Zimmer bei Einheimischen) dann kannst du mit deinem Ansprechpartner vor Ort nach einem Weg suchen auzuziehen. Leider gibt es dafür keine Garantie.
Ich muss arbeiten! Der Freiwilligendienst.
Du bist Freiwilliger, kein Angestellter! Und du sprichst die Spache gar nicht oder kaum. Manche Organisationen wissen vielleicht am Anfang nicht so richtig mit dir umzugehen, dann bring dich ein! Frage nach konkreten Aufgaben und sei aufmerksam, suche dir Aufgaben. Stell Fragen, wieso wird das so und so gemacht, schlag eigene Ideen vor und gib Anregungen. Du hast die Möglichkeit ein oder mehrere eigene Projekte zu machen. Wozu hast du Lust? Erwarte also nicht, dass dir alles vorgekaut wird.
Lass dich auch nicht ausbeuten! Du arbeitest nicht mehr als 35 Stunden in der Woche. Wenn du mal mehr arbeitest, dann sprich vorher ab, ob du dafür an einem anderen Tag freinehmen kannst. Das trifft auch auf Überstunden zu. Sprch ab, ob du aufschreiben sollst wann du arbeitest. So eine Liste kann für die persönlich auch nützlich sein. Für ein gutes Projekt opfert man sich schnell auf. Ziel des EFD ist es jedoch, dass du ein neues Land entdeckst.
Sprich Probleme an und zwar möglichst sofort! Deine Arbeitskollegen sind aufmerksam und sollten Rücksicht nehmen, schließlich ist es dein langer Auslandsaufenthalt. Sie wissen, dass du Freiwilliger bist und dich erst an deine Umgebung gewöhnen musst. Erzähl von Zuhause und wie dein Leben sich am neuen Ort entwickelt. Schreck nicht vor Einladungen von Kollegen zurück.
Der stinkt! Arbeit mit anderen.
Solltest du in einem sozialen Projekt arbeiten, dann leg dir ein dickes Fell zu und nimm Bemerkungen nicht persönlich. Informiere dich über Risiken in der Arbeit mit Kranken. Aber hab keine Berührungsängste bei der Arbeit mit Kindern, alten Menschen oder Personen mit Behinderung. Sammel dir die Andenken, die für dich gemacht werden oder die ihr als Gruppe erstellt.
Du+Ich=Freunde! Neue soziale Kontakte.
Du wirst merken, dass es gar nicht so leicht ist, jemanden in einem neuen Ort kennenzulernen. Jeder hat bereits sein Leben, seinen Freundeskreis, seine Probleme. Wozu also dich kennenlernen? Weil du interessant bist, anders, Ausländerin oder Ausländer, eine andere Perspektive mitbringst, Gepflogenheiten "Prost" zu sagen oder Vegetarier bist; entdecke den Spaß daran anderen deine Kultur zu erklären, gemeinsam zu kochen oder Musik zu hören. Schon über Abos des lokalen Theaters, der Oper oder das Programmkino informiert? Scheue es nicht zuzugreifen.
Hilfreich ist es vorher schon Kontakte zuknüpfen über Couchsurfing.com oder ehemalige Freiwillige. Doch keine Angst, du wirst andere Freiwillige zum Beispiel auf den Seminaren kennen lernen. Oder du gehst einfach bei den anderen EFD-Stellen in deinem Ort vorbei oder rufst dort an.
Im Spachkurs lernst du auch neue Leute kennen. Informiere dich über Kurse an der Uni für Erasmusstudenten, daran kannst du leicht teilhaben. Zu Beginn des Semesters (September oder im Frühjahr) kannst du dich auch in andere Unikurse einschreiben. So kannst du Unisport zum Beispiel als externe Person machen. Ein zusätzliches Sprachtandem kann dir helfen den Ort besser kennenzulernen. Mach einfach einen Aushang an der Uni oder in einer Schule. Falls du in einer Gruppe aus Deutschen rumh?§ngst, brich aus! Und unternimm etwas mit anderen Menschen! Dazu muss man sich durchringen.
Über Skype oder ICQ kannst du für Freunde zuhause erreichbar bleiben, aber vergiß nicht dir auch ein eigenes, neues Leben aufzubauen! Also sei nicht jeden Tag online! Du kannst oft auch das Telefon in deiner Projektstelle benutzen, um in einer Pause mit den Eltern zu telefonieren. Frag einfach nach!
Es ist vorbei... Die Rückreise.
Verabschiede dich! Lade alle neuen Freunde zu einem großen Essen, Picknick oder einer Feier ein. Jetzt gilt es auszusortieren, was muss unbedingt mit, was verschenkst du vor Ort. Alles gepackt? Dann ab in die "alte" Heimat. Wundere dich nicht über alte Gesichter, wenn sie nicht parallel zu dir im Ausland waren und keine Gelegenheit hatten etwas anderes zu sehen, dann verstehen sie dich und deine Energie eventuell nicht. Statt in Langsamkeit zu verfallen, bewahre dir deine Aktivität und starte neue Hobbies und Projekte vor Ort und halte Kontakte ins Ausland!